Domführung Spezial 2009

Faszinierende Ein- und Ausblicke

 

Nun hat die „Domführung Spezial", das Angebot des Dombauvereins und seiner Dombauhütte, ein starkes Echo gefunden. Als Dank für die Unterstützung und das Interesse der Mitglieder wird diesen mehrmals im Jahr eine exklusive Führung angeboten. Wer den St. Viktor-Dom, sein Äußeres und Inneres, einmal aus ungewohnter Perspektive erleben will, hautnah bei der Arbeit der Steinmetzen sein, den Blick auf Xanten intensivieren und weiten möchte, dem kann nur empfohlen werden: „Wer einmal Gelegenheit haben sollte, an ihr teilzunehmen, der sollte sie nicht verpassen ...", die „Domführung Spezial". So sagt es Jochem Int-Veen, einer der Teilnehmer, in seinem noch nicht veröffentlichten Bericht für die Pfarrgemeinde, aus dem wir vorab zitieren und einige Fotos verwenden dürfen.

 

Anlässlich seiner Mitgliederversammlung am 25. Oktober 2009 hatte der Dombauverein seine Mitglieder zur Teilnahme an diesem besonderen Service eingeladen. Das Echo war so stark, dass zwei Gruppen gebildet und nacheinander geführt werden mussten, können doch aus Sicherheitsgründen nur jeweils 20 Personen an der Führung teilnehmen. Diese wurde von Meister Johannes Schubert, Leiter der Dombauhütte, seinem Stellvertreter Torsten Knapp, seit 2004 übrigens ebenfalls Meister im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk, sowie der Steimetzin Sandra Engelhardt umsichtig und sachkundig gelenkt und begleitet.

 

Der Aufstieg auf den Südturm, Domuhr und Glocken, Turmhelm und Turmgalerie, die faszinierenden, „immer wieder neuen Ausblicke auf die Dachlandschaft des St. Viktor-Domes", die Panoramabilder von Stadt und weitem Umland, der fast im Freien schwebende Standpunkt auf den Außengalerien, die fremde und geheime Landschaft über den Gewölben, schließlich der grandiose Blick vom hohen Laufgang des Triforiums herab in die Pracht des Domes - die Bilder mögen das Erlebnis zumindest andeuten und noch zahlreiche Mitglieder zur Teilnahme an weiteren „Domführungen Spezial" verlocken.

 

Denn „auch im nächsten Jahr werden Dombauverein und -hütte wieder ,Domführungen Spezial‘ anbieten." Es schränkt die Begeisterung Jochem Int-Veens nicht ein, wenn er zum Abschluss aus Erfahrung: sagt: „Trittsicher und schwindelfrei sollte man sein, eine gute Beweglichkeit und Kondition für das Treppensteigen können auch nicht schaden. Und noch ein Tipp zum Schluss: Ich empfehle sportliche und unempfindliche Kleidung - mein heller Mantel freut sich auf die Reinigung."

 

Wer Genaueres über die organisatorischen Bedingungen und Termine 2010 der Extraführungen erfahren möchte und wer sich für die Mitgliedschaft beim Dombauverein interessiert, informiere sich bei Mitgliederservice.

 

 

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Die alte Domuhr will gepflegt sein, soll sie uns viermal je Stunde bei Tag und Nacht an den Ablauf der Zeit erinnern.

 

Wer unter dem mächtigen Glockenstuhl steht, verharrt zunächst fast andächtig schweigend.

 

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Blick in das verwirrende Balkendickicht des südlichen Turmhelms, bis heute unverändert hohe Handwerkskunst der Zimmerleute.

 

Von der Brüstung der Turmgalerie aus wirkt das Leben auf dem Markt für einen Moment lang angehalten.

 

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„Ich blick in die Ferne, ich seh in der Näh ..." - Goethes „Türmerlied" lässt sich hier oben trefflich zitieren.

 

Die Nähe aber - das bleibt letztlich doch immer der Dom. Vom Südturm aus wirkt das hohe Dach des Mittelschiffs fast schmächtig.

 

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Auch das filigrane gotische Strebewerk der Südseite lässt kaum erahnen, wie stabil es den gewaltigen Druck des Mittelschiffs über die Seitenschiffe hinweg ableitet.

 

Zum Greifen nah auch der „Bruderturm",der Kreuzgang und der neue Museums- und Hüttenhof.

 

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Geheimnisvoll wird es im hölzernen Dachstuhl des Mittelschiffs auf dem Laufsteg über den Gewölben.

 

Die Gewölbekappen, aus Ziegelstein kunstvoll aufgemauert und verputzt, haben hier nichts von der sphärischen Wirkung im Kirchenraum, wirken eher wie die Buckel urzeitlicher Wale.

 

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Die sieben Gewölbefelder des Chorabschlusses im Osten zeichnen sich allerdings auch aus dieser Perspektive zierlicher und deutlich ab.

 

Durchaus atemberaubend ist das Hinaustreten auf die Dachgalerie. „Neue, bislang unbekannte Perspektiven ergeben sich hier auch für Kenner des Domes."

 

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Südlicher Treppenturm, Fialen, Kreuzblumen und Wasserspeier in der Dachlandschaft ...

 

... und krönende Steinmetztkunst zum Greifen.

 

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Im Dom zurück, begleiten hoch oben gute Geister und Fabelwesen die Galerie des Triforiums. Neben ihnen leuchtet die klare Farbfassung der frühen gotischen Blattkapitelle auf.

 

Der Dombesucher unten im Schiff sieht ihn kaum, den Zyklus von Figuren, wie hier die Konsole mit dem menschlichen Adler. Sie schmücken die den Laufsteg übergreifenden Durchlässe der Pfeiler.

 

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Ein letzter umfassender Blick aus dem hohen Chorumgang bis hin zum großen Maßwerk-Fenster der Westchorhalle mag die „Domführung Spezial" eindrucksvoll krönen, bevor der Abstieg in die alltägliche Welt beginnt.

 

 

FOTOS: J. Int-Veen