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Rheinische Post Bote für Stadt und Land Samstag 15. Mai 2010
Nach 20-jähriger Planungs- und Bauzeit ist Xantens Museumslandschaft jetzt komplett. Mit einem Pontifikalamt feierte die Dom-Gemeinde St. Viktor am Feiertag Christi Himmelfahrt die Eröffnung des StiftsMuseums.
VON RICHARD LUCAS-THOMAS
XANTEN Christi Himmelfahrt 2010 –ein großer Tag für die Stadt Xanten. Mit der Einsegnung des StiftsMuseums durch Diözesanbischof Dr. Felix Genn stehen im Stadtzentrum nicht nur museale Räume für die Ausstellung des bis dato noch nie gesehenen Domschatzes zur Verfügung, sondern wird aus dem Fundus des Stiftsarchivs das Mittelalter am Niederrhein abgebildet und erhellt, stehen Räume für die wissenschaftliche Erforschung zur Verfügung. Und Niederrhein ist dabei noch anders definiert als in der heute aktuellen engen regionalen Umgrenzung: von Recklinghausen bis tief in die Niederlande.
Triumphator Wie ein Triumphator reckte Museumschef Dr. Udo Grote den golden glänzenden Schlüssel in die Höhe, den ihm die Architekten Prof.Dieter Georg Baumewerd und Heinz Wrede überreichten, bevor Bischof Dr. Felix Genn die Eingangshalle des neuen StiftsMuseums einsegnete und die überaus zahlreichen Ehrengäste in Sonderführungen durch die zum Museum umgebauten Räume des mittelalterlichen Domstifts geleitet wurden. Zu diesem Zeitpunkt war allen im bis auf den letzten Platz besetzten Viktor-Dom klar, dass sich sobald kein Zeitfenster mehr öffnen wird, in dem das Bistum Münster eine Baumaßnahme stemmen wird, die ein Gesamtvolumen von zehn Millionen Euro hat – auch wenn in dieser Summe die bautechnische Sicherung und Sanierung wesentlicher Gebäudeteile des Doms (wie beispielsweise die mittelalterliche Stiftsbibliothek) enthalten ist. Doch die Zeiten in Xanten waren nie besonders gut, wie Udo Grote in seiner kurzen Rede zum großen Augenblick erinnerte. Der damalige Propst erteilte ihm vor 20 Jahren den Auftrag: „Bauen Sie ein Museum!" Auf der Habenseite: der Reichtum an Kunstwerken, „doch alle Objekte in schlechtem Zustand", sowie ein Budget in Höhe von 500 D-Mark. Petra Frank-Diebels, Vorsitzende des Fördervereins StiftsMuseum, skizzierte kurz, wie sich die Aufgaben des Fördervereins wandelten: vom Marketing der Idee und dem Knüpfen von Kontakten zu Sponsoren hin zur Beschaffung von Spenden für Sonderwünsche außerhalb des Budgets. Die Arbeit des Fördervereins ist mit der Eröffnung des StiftsMuseums nicht beendet, versprach die Vorsitzende. Auch in Zukunft werde der Förderverein laufende Projekte unterstützen.
Gegen gesellschaftliche Demenz Und doch hat keine Mark, kein Euro die Ausgabe gereut. Bischof Genn verband in seiner prägnanten Predigt den Feiertag Christi Himmelfahrt mit dem Auftrag des StiftsMuseums wider die gesellschaftliche Demenz – gerade an einem Ort wie Xanten, der Grabstätte der Märtyrer. Die Eröffnung des StiftsMuseums sei nicht nur ein Festakt, sondern ein Auftrag. „Wenn wir vergessen, woher wir kommen, dann wissen wir nicht, wohin wir gehen." Mehr: www.rp-online/xanten
Bischof Dr. Felix Genn zelebrierte das Pontifikalamt im Dom. Simon de Klein (Trompete) und Domkantor Wolfgang Schwering (Orgel) sorgten mit dem Domchor für die musikalische Gestaltung. Die wertvolle Monstranz gehört zu den vielbeachteten Ausstellungsstücken.
RP-FOTO: A. FISCHER
„Heimat gefunden"
XANTEN (LT) „Nicht nur wegen der Fördermittel ein herausragendes Projekt", lobte Landesminister Lutz Lienenkämper (Bau und Verkehr) das Xantener StiftsMuseum. Der Minister gehörte ebenso wie sein Kabinettskollege Dr. Helmut Linssen (Finanzen) zu den zahlreichen Ehrengästen bei der Museumseröffnung. Die Kombination von Dom und Museum sei vielleicht sogar bundesweit herausragend. Endlich habe der Domschatz eine Heimat gefunden; er könne jetzt der Öffentlichkeit gezeigt werden. Dr. Esther Betz, Herausgeberin der Rheinischen Post, zeigte sich am Donnerstag ebenfalls vom Anspruch und der Umsetzung der Idee zum StiftsMuseum beeindruckt. Die Anton-Betz-Stiftung der Rheinischen Post e.V. hat für die Innenausstattung des Museums einen digitalen Animationsfilm zur Baugeschichte des Xantener Doms mit 15000 Euro gefördert. Der Film visualisiert computertechnisch dreidimensional den Bauverlauf des Xantener Doms. Grundlagen für den Film sind die im Original erhaltenen Bauakten von 1356 bis 1803. Die eingesetzten Baumaterialien, die Namen der Baumeister, Werk-und Lohnverträge sowie Baufortschritte und auch Rückschläge sind in diesen Akten notiert – übrigens auch mit Angaben zur Finanzierung.
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INFO
Planung seit 1990
Die Planung des StiftsMuseums hat 1990 begonnen, der Baubeginn war im Dezember 2001. Das Bistum Münster hat über 50 Prozent der Baukosten übernommen; an der weiteren Finanzierung sind das Land NRW, die Bundesrepublik, der Förderverein sowie zahlreiche Sponsoren beteiligt.
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Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Xanten Ausgabe: Nr.112 Datum: Samstag, den 15. Mai 2010 Seite: Nr.9 |