Dem Dom verbunden

Rheinische Post Bote für Stadt und Land Montag 5. Juli 2010

 

Der Dombauverein dankte gestern Stiftern, die Rekonstruktionen von im Krieg zerstörten Kunstwerken ermöglichten. Sie reihen sich in eine Tradition von Stiftern ein, die zur reichen Ausstattung des Doms beitrugen.

 

VON CORNELIA KRSAK

 

Wilhelm Barking (l.), Hilmar Müller (2.v.l.) und Propst Alfred Manthey (r.) mit den Stiftern Dieter und Elisabeth Birte Spethmann.
Wilhelm Barking (l.), Hilmar Müller (2.v.l.) und Propst Alfred Manthey (r.) mit den Stiftern Dieter und Elisabeth Birte Spethmann.
RP-FOTOS(2): ARMIN FISCHER
 
 
Stifter der neuen Figuren am Hochkreuz: (v.l.) Katharina und Everhard Mingels, Anna-Maria Geenen und Maria Geenen sowie Agnes Harms.
Stifter der neuen Figuren am Hochkreuz: (v.l.) Katharina und Everhard Mingels, Anna-Maria Geenen und Maria Geenen sowie Agnes Harms.

XANTEN Lange waren sie im Lapidarium der Dombauhütte eingelagert, jetzt sind die Fragmente des Keup-Speet-Epitaphs an ihren ursprünglichen Bestimmungsort im Kreuzgang des Domes zurückgekehrt. Die Restaurierung der Bruchstücke des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Epitaphs sowie die vervollständigende Rekonstruktion der verlorenen Teile wurde durch eine großzügige Stiftung von Prof. Dieter Spethmann ermöglicht. Der prominente Wirtschaftsmanager und frühere Chef des Duisburger Stahlkonzerns Thyssen ist ein Nachfahre von Rütger van den Speet. Dem am 8. Januar 1560 verstorbenen Xantener Vikar und Präsensmeister ist das Doppelepitaph gewidmet, gemeinsam mit dem 1576 verstorbenen Kanoniker Gerhard Keup.

 

Drei Heiligenfiguren
„65 Jahre ist es her, dass diese wunderbaren Kunstgegenstände als Folge verbrecherischer Ideologie und Gottlosigkeit zerstört worden sind. Heute schließen wir die Kriegswunden", sagte Hans-Wilhelm Barking bei der feierlichen Einweihung. Der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung des Xantener Domes freute sich, drei weitere Stifter nennen zu können, mit deren Hilfe drei Heiligenfiguren am Hochkreuz wieder hergestellt werden konnten: Anna Geenen stiftete die Petrusfigur, Agnes Harms den Johannes und Everhard Mingels die Figur der heiligen Katharina. Die Figuren und das Epithaph wurden von Propst Alfred Manthey im Beisein der Stifter geweiht.
„In der Geschichte des St. Viktor-Domes hat es unzählige Stifter und Wohltäter gegeben, ohne die der Dom in seiner reichen Ausstattung nicht denkbar wäre", betonte Barking. Die großzügigen Stiftungen wertete er als „Zeichen der Verbundenheit mit unserem Dom".
Ausgeführt wurden die Arbeiten von Steinbildhauermeister Hilmar Müller. Rekonstruiert wurde das Epitaph mit Hilfe einer alten Fotografie, die den Zustand des Monuments um 1900 zeigt. Die originalen Fragmente wurden mit den rekonstruierten Teilen zu einem Ganzen zusammengefügt. Als Vorlage für die Heiligenskulpturen dienten im Jahr 1903 angefertigte Arbeitsmodelle des Bildhauers Anton Mormann sowie eine teilweise ergänzte Originalskulptur des Hl. Petrus aus dem Lapidarium.

 

Weitere Stiftung zugesagt
Dieter Spethmann, Stifter des rekonstruierten Keup-Speet-Epitaphs, überraschte den Dombauverein mit der Zusage, auch die Kosten für eine Engelfigur am Hochkreuz im Kreuzgang zu übernehmen. Für weitere drei Posaunenengel werden noch Stifter gesucht. Die Fertigungskosten für einen Engel betragen 5700 Euro.

 

 

 

INFO

 

Im Amt bestätigt

 

Ein Epitaph ist ein meist aufwendig gestaltetes Denkmal für einen Verstorbenen, das sich
in einer Kirche oder in deren Umfeld befindet, im Gegensatz zum Grabmal jedoch nicht am
Bestattungsort selbst.
Hans-Wilhelm Barking wurde in der Mitgliederversammlung des Dombauvereins als Vorsitzender bestätigt.

 

Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Xanten
Ausgabe: Nr.153
Datum: Montag, den 05. Juli 2010
Seite: Nr. B1